Erst das Wasser, dann der Strom
Wasser ist mit Abstand die häufigste Schadensursache im leeren Haus. Platzt ein flexibler Anschlussschlauch und ist niemand da, läuft das Wasser tagelang. Deshalb steht als erster Punkt auf der Schließliste: den Haupthahn zudrehen.
Den Hahn zu schließen genügt allein nicht: Wasser, das in der Leitung bleibt, kann in einem harten Winter gefrieren und das Rohr sprengen. Die Armaturen sollten offen bleiben, damit die Leitung leerläuft; besonders Außenhahn und Gartenleitung müssen vollständig entleert werden.
- Haupthahn schließen
- Alle Armaturen öffnen und die Leitung entleeren
- Außenhahn und Gartenbewässerung gesondert entleeren
- Wasserzähler ablesen und fotografieren — für den Vergleich bei der Frühjahrseröffnung
Vergessen Sie die Siphons nicht
Ein ausgetrockneter Siphon ist der Weg, auf dem Kanalgeruch und Schädlinge ins Haus kommen. In monatelang ungenutzten Waschbecken und Bodenabläufen verdunstet das Wasser und die Geruchssperre verschwindet.
Die Lösung ist einfach: etwas Wasser in jeden Ablauf gießen und eine dünne Schicht Speiseöl darüber. Das Öl verlangsamt die Verdunstung, und die Sperre hält den Winter über.
Die Kühlschranktür muss einen Spalt offen bleiben
Ein geleerter und vom Netz getrennter, aber geschlossener Kühlschrank wird in drei Monaten zu einer verschimmelten Kiste. Nach der Reinigung hält ein Tuch oder ein Türhalter die Tür einen Spalt offen.
Dasselbe gilt für die Waschmaschine: Tür und Waschmittelfach offen lassen, das Wasser aus der Trommel ablassen.
Welche Sicherung aus bleibt und welche an
Den gesamten Strom abzuschalten ist nicht immer richtig. Sollen Alarmanlage, Kamera oder Luftentfeuchter laufen, muss dieser Stromkreis anbleiben. Richtig ist, nicht benötigte Gruppen (Steckdosenkreise, Warmwasserbereiter, Klimaanlage) abzuschalten und die notwendigen zu belassen.
Damit diese Unterscheidung möglich ist, müssen die Gruppen im Sicherungskasten beschriftet sein. Fehlt die Beschriftung, macht ihre Anbringung beim Abschlussbesuch daraus in den Folgejahren eine Sache von Minuten.
Draußen: Regenrinne, Rollläden, Garten
Eine im Oktober nicht gereinigte Regenrinne lenkt den Novemberregen direkt auf die Fassade und über die Fensterstürze. Im Mittelmeerraum ist das die häufigste bauliche Ursache von Winterschäden.
Gartenmöbel, Töpfe und leichte Gegenstände werden im Sturm zu Geschossen. Sie müssen hereingeholt oder befestigt werden. Rollläden und Klappläden werden geschlossen, aber das Haus wird nicht luftdicht gemacht — etwas Luftaustausch senkt das Schimmelrisiko.
Lüften, der am häufigsten übersprungene Punkt
Ein verschlossenes, vollständig dichtes Haus ist eine Kiste mit eingesperrter Feuchtigkeit. Weil die relative Luftfeuchte im Mittelmeerwinter hoch bleibt, bildet sich in einem nie gelüfteten Haus innerhalb von drei Monaten Schimmel in kalten Ecken und hinter Schränken.
Das lässt sich aus der Ferne nicht lösen. Entweder kommt jemand regelmäßig und lüftet, oder ein Luftentfeuchter bleibt in Betrieb.
